
Warum braucht es "Die faire Milch"?
Die Milch ist ein wertvolles Lebensmittel, das täglich von vielen Menschen pur oder auch in Form von Käse, Quark und Schokolade verzehrt wird. Die Erzeugung der Milch ist sehr aufwendig.
Doch die Bezahlung, die die Milchbauern für ihre Milch bekommen, ist seit 2001 stetig gesunken. Gleichzeitig sind die Produktionskosten (also zum Bsp. Futterkosten, Pachtkosten) rasant gestiegen. Zehntausende Bäuerinnen und Bauern haben Ihre Milchviehbetriebe geschlossen - mit dramatischen Folgen für viele Regionen in Europa.
Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, braucht es kostendeckende Milcherzeugerpreise. Mit diesem gemeinsamen Ziel haben sich die Milcherzeuger in vielen Ländern und europaweit im European Milk Board zusammengeschlossen.
20/1-29/1/2012:
Faire Milch Europa präsentiert sich auf der Grünen Woche Berlin
Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20. bis 29. Januar präsentiert sich die europäische Faire-Milch-Familie zum ersten Mal gemeinsam vor großem Publikum. Die Faire-Milch-Initiativen der EMB-Länder Österreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden gestalten bei der Landwirtschaftsmesse einen gemeinsamen Messestand in der Halle 24, an dem über die Faire Milch informiert wird und die verschiedenen Produkte auch probiert werden können. Neben Trinkmilch aus Deutschland, Österreich und Luxemburg werden dort auch die Schokoladenmilch aus Belgien und die Fair-Trade Schokoladenmilch aus den Niederlanden zu kosten sein.
Was ist die Faire Milch?
Allen Faire-Milch-Initiativen gemeinsam ist der faire Erzeugerpreis, der bei etwa 10 ct zusätzlich pro kg Milch liegt. Dieser Preis deckt die Kosten der Produktion und ermöglicht den Landwirten somit eine nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Betriebe. Denn nur durch eine faire Preispolitik können sich bäuerliche Familienbetriebe auf Dauer auf dem Markt halten, qualitativ hochwertige Milch produzieren und zum Erhalt der ländlichen Kulturlandschaften beitragen.
In Österreich fing alles an
Als erste in Europa hat die österreichische IG-Milch im Juni 2007 die Eigenmarke „A faire Milch“ eingeführt. Sie wird dort seither erfolgreich als „länger frische“ Trinkmilch und seit 2010 auch verarbeitet als „A faires Jogurt“ angeboten.
In den folgenden Jahren wurde das österreichische Konzept vom European Milk Board (EMB) übernommen und gemeinsam mit den nationalen Mitgliedsorganisationen in vier weiteren Ländern umgesetzt. Seither existiert auch die sympathische Werbekuh Faironika in den Nationalfarben vieler EU-Länder.
Im Januar 2010 brachte der Bundesverband deutscher Milchviehhalter die Marke „Die faire Milch“ auf den Markt. Sie wird mit 1,8 und 3,8% Fettgehalt als haltbare Trinkmilch angeboten.
In Luxemburg gibt es seit Februar 2011 die Faire Milch („D’fair Mëllech“) als UHT-Milch mit einem Fettgehalt von 3,5%. In Belgien ist sie seit Mai 2010 unter dem Label „Fairebel“ als 1,5%ige H-Trinkmilch und als Schokoladenmilch erhältlich. Als regionales Pilotprojekt gibt es in Belgien seit 2011 außerdem das „Faire Eis“ in vier leckeren Geschmacksrichtungen.
Die Niederlande sind das jüngste Mitglied in der Faire-Milch-Familie. Seit letzten November wird dort vom Niederländischen Milchviehhalter Verband (NMV) eine Fairtrade Schokoladenmilch angeboten, die nicht nur für einen fairen Milchpreis, sondern auch für fairen Handel mit Entwicklungsländern steht.
Fairness und Nachhaltigkeit
Faire Preise und nachhaltige, möglichst regionale Produktion sind somit die Basis der europäischen Faire-Milch-Inititativen. Einige Länder gehen über dieses Versprechen noch hinaus, indem sie dem Verbraucher garantiert gentechnikfreie Fütterung, die Verpflichtung zu einem Umweltschutz-Projekt (Deutschland) oder Weidegang der Kühe und fairen Handel (Niederlande) garantieren.
Und wer während der Grünen Woche den Weg in die Halle 24 findet, wird dort feststellen können, dass bei der europäischen Fairen Milch vor allem eines keine Frage ist: Der unvergleichliche, natürliche Geschmack!
Nähere Informationen zu den einzelnen Initiativen:
Österreich: Verein österreichischer Grünland- und Rinderbauern (IG-Milch): www.afairemilch.at
Deutschland: Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM): www.die-faire-milch.de
Belgien: Milcherzeuger Interessengemeinschaft (MIG): www.fairebel.be
Luxemburg: Lëtzebuerger Mëllechbaueren (LDB): www.fairmellech.lu
Niederlande: Nederlandse Melkveehouders Vakbond (NMV): www.defairemelk.nl
